You did it.

von Sebastian am August 4, 2014

Das meiste von dem, was wir kaufen, landet früher oder später im Müll. Ohne, dass wir groß darüber nachdenken. Doch Müll verschwindet nicht einfach, nur weil wir ihn nicht mehr sehen.

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Dieser Gedanke hat die Studenten von Goldsmiths an der Universität London zu ihrer „Everything You Buy is Rubbish“-Kampagne inspiriert („Alles, was du kaufst, ist Müll). Mit ihr wollen die Studenten Verbraucher auf das Erbe aufmerksam machen, dass wir mit unserem aktuellen Kunststoffverbrauch hinterlassen – etwa bei der Herstellung von Schuhen. Die Studenten haben eine Reihe von Werbeplakaten entwickelt, auf denen sie Sportschuhe präsentieren, die ausschließlich aus dem Müll hergestellt wurden, der jeden Tag an Englands Küsten angetrieben wird.

"Diese Schuhe bestehen zu 100% aus dem Müll, den wir an Englands Küste gefunden haben. Und wir könnten noch jede Menge mehr produzieren."

„Diese Schuhe bestehen zu 100% aus dem Müll, den wir an Englands Küste gefunden haben. Und wir könnten noch jede Menge mehr produzieren.“

Neue Schuhe, neue Klamotten, neue Gadgets – alles, was du gern hättest, ist Müll. Früher oder später. Das ist die Message hinter „Everything You Buy is Rubbish“. Um ihre Aussage bildlich darzustellen, haben Charles Duffy, William Gubbins und Bill Turvey Englands Küsten nach Plastikmüll abgesucht, diesen eingeschmolzen und Schuhe daraus hergestellt. Diese wiederum wurden zur Kernaussage ihrer Werbeplakate, die allesamt ironischer Weise mit dem verpixelten Nike-Logo enden – und der Aussage: „Das warst du.“

Nach aktuellen Schätzungen landen jeden Tag 8 Millionen Stücke Plastikmüll in den Ozeanen.

Nach aktuellen Schätzungen landen jeden Tag 8 Millionen Stücke Plastikmüll in den Ozeanen.

Das an sich wäre wahrscheinlich – mit etwas Anstrengung – noch korrigierbar. Aber jüngste Untersuchungen zeigen, dass sich in den Ozeanen weit weniger Plastik befindet als angenommen. Eben weil es sich nicht mehr dort befindet. Denn inzwischen wurde es von der UV-Strahlung in winzige Plastikfragmente aufgespalten, die wiederum von Fischen, Vögeln und anderen Kleintieren aufgenommen wurden. Das schädigt nicht nur die Tiere selbst, sondern am Ende uns.

Viele neue Kunststoffe wurden zur Zeit deiner Großeltern erfunden. Das Plastik, das damals hergestellt wurde, wird noch deine Enkel überleben.

Viele neue Kunststoffe wurden zur Zeit deiner Großeltern erfunden. Das Plastik, das damals hergestellt wurde, wird noch deine Enkel überleben.

Trotz dieser geradezu utopisch klingenden Aussage hat Plastik inzwischen so viele Bereiche unseres Lebens durchdrungen, dass es praktisch nicht mehr von natürlichen Stoffen getrennt werden kann. Plastik ist in allem. Selbst in uns.

„Die Menschen in den industrialisierten Staaten sind mittlerweile zu über 90 Prozent chronisch mit Bisphenol A (BPA) belastet, also sozusagen ‚plastiniert‘“, sagt Dieter Swandulla, Institutsdirektor der Physiologie II an der Universität Bonn. „In nahezu jeder Urinprobe lassen sich nennenswerte Konzentrationen von BPA nachweisen.“

Gefunden bei inhabitat.

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