Unter’m Hammer: Steven’s Ford Western Flyer von 1941

von Sebastian am September 30, 2014

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Brookes Stevens war einer der bekanntesten Designer des vergangenen Jahrhunderts. Zwar ist er heute nicht mehr ganz so im öffentlichen Gedächtnis verankert wie Kollege Raymond Loewy, dennoch war sein Einfluss auf das Industriedesign ebenso groß. Gemeinsam mit Loewy und anderen Größen ihrer Zeit formte Stevens die Industrial Designers Society of America. Eines seiner Werke – der Ford Western Flyer aus dem Jahr 1941 soll jetzt versteigert werden.

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Bei seinem Tod im Jahre 1995 bezeichnete ihn The New York Times als „Giganten des Industriedesigns“ und enthüllte, dass er in den 1940ern einige der Formfaktoren mit bestimmt hat, die noch heute existieren.

Einer seiner frühen Erfolge war der Prototyp eines Wäschetrockners, der von Hamilton Industries in Two Rivers, Wisconsin entwickelt wurde. Die einzig alternative Möglichkeit, zu jener Zeit Wäsche zu trocknen war, sie aufzuhängen. Ingenieure bei Hamilton entwickelten eine Metallbox, in deren Inneren sich eine elektrisch angetriebene Trommel und eine Gasheizung befanden. Einziges Bedienelement war ein Ein/Aus-Schalter.

Stevens erinnerte sich, wie er den Ingenieuren sagte: ‚Das Ding könnt ihr nicht verkaufen. Das ist nur eine Metallkiste.‘ Also ergänzte Stevens den unscheinbaren Kasten mit einer Glasscheibe und füllte ihn bei Demonstrationen mit den leuchtendsten Boxer-Shorts, die er finden konnte. Der Rest ist Geschichte. Und noch unsere modernen Wäschetrockner folgen genau diesem einfachen Prinzip.

Stevens bewies ein gutes Händchen für langlebige Designs. Im Jahr 1949 gestaltete er die Harley-Davidson Hydra Glide, deren wesentliche Design-Elemente – Front-Schutzblech und Tachometer – in Harley-Davidson’s Heritage Softail Classic von 2014 wieder aufgegriffen wurden.

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Ein Jahr zuvor hatte Stevens das Design für ein völlig anderes Fahrzeug entwickelt: die Skytop Lounge Eisenbahnwagen von Pullman-Standard. Sie wurden ab 1948 gebaut und auf der Route Chicago – Twin Cities eingesetzt. Erst im Jahr 1970 wurden sie außer Dienst gestellt.

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Um zum eigentlichen Objekt dieses Artikels zu kommen, müssen wir allerdings noch etwas weiter in der Zeit zurückgehen – bis zum Beginn der 40er Jahre. 1941 gestaltete Stevens drei individuelle Forst Western Flyers für S.C. Johnson. Was mit den beiden anderen geschehen ist, ist nicht bekannt – vor vier Jahren jedoch stieß der bekannte Hotrod Customizer Howdy Ledbetter auf den dritten Western Flyer und kaufte ihn. In erbärmlichem Zustand, wie er sich erinnert: „Ich hatte ein ziemlich gutes Vorderteil und ein ziemlich gutes Hinterteil… alles hielt noch irgendwie zusammen, war aber stark verrottet.“ Nach sieben Monaten in Ledbetters erfahrenen Händen sah das Ganze dann so aus:

Versehen mit einigen kleinen persönlichen Details, wie einem Ford Grill und einer Buick-Kopflampe über der Windschutzscheibe, bietet Ledbetter das Schmuckstück jetzt in Kalifornien zum Verkauf an. Der Einstiegspreis soll bei 150.000 US-Dollar liegen.

Gefunden bei core77.com.

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