Ubuntu Edge – Die Formel 1 der Smartphones

von Sebastian Klammer am August 20, 2013

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Mit Ubuntu for Phones hat Canonical – das Unternehmen hinter dem Linux-basierten Open Source Betriebssystem – einen großen Schritt in eine Richtung gewagt, die scheinbar bisher noch kein anderer Hersteller ernsthaft betrachtet hat: Converged Computing. Anders als bei Apple’s iOS oder Microsoft’s Windows Phone versucht man hier nicht, eine mobile Plattform so nahtlos wie möglich mit einer stationären zu verbinden, sondern tatsächlich beides in einem Gerät zusammenzufassen. Kurz: Trägt der Nutzer das Converged Device in seiner Tasche, funktioniert es wie ein normales Smartphone, während es im Dock, angeschlossen an einen großen Screen und externe Eingabegeräte, exakt dieselbe Funktionalität bietet wie Ubuntu auf dem Desktop. Für den Nutzer heisst das, dass er keine Daten mehr abgleichen oder verschiedene Geräte aufeinander abstimmen muss – es gibt ja nur ein Gerät und das trägt er bei sich.

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Das Betriebssystem, das diese Funktionalität ermöglichen soll, gibt es bereits: Ubuntu for Phones. Nun jedoch hat Canonical ein Crowdfunding Projekt gestartet, um auch die dazu passende Hardware entwickeln zu können. Der Gedanke dahinter ist konsequent: Man möchte sich nicht auf Hersteller oder existierende Geräte verlassen, die in einiger Hinsicht einen Kompromiss darstellen würden. Man kennt die verständliche aber zögerliche Haltung großer Hersteller, wenn es um neue mobile Betriebssysteme gibt. Deshalb soll es ein ganz eigenes Gerät werden. Das muss es wahrscheinlich auch, denn allein seine technischen Spezifikationen stellen alles in den Schatten, was es derzeit auf dem Markt gibt.

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Das Ubuntu Edge soll über einen 4,8 Inch Bildschirm verfügen – ideal für die Bedienung mit einer Hand. Das ist wichtig für das Betriebssystem, denn hier hat man auf Buttons so weit wie möglich verzichtet und setzt statt dessen voll auf Gesten. Die Auflösung soll 1.280 x 720 Pixel betragen. Der Bildschirm soll sich durch eine sehr exakte Farbwiedergabe auszeichnen und wird von einem extrem harten Safir-Glas vor Kratzern geschützt. Zum Prozessor selbst gibt die Videopräsentation (siehe unten) zwar nichts bekannt, bescheinigt jedoch, dass der Arbeitsspeicher massive 4 GByte betragen soll. Die interne Speicherkapazität beläuft sich auf immerhin 128 GByte. Beides braucht das kleine Schwarze aber auch, denn während das Gerät im Smartphone-Modus unter Ubuntu Mobile und Android läuft, schaltet es auf das reguläre Ubuntu Desktop OS um, sobald es an einem externen Monitor hängt – und muss dann dieselbe Funktionalität und Performanz bieten, die man von einem regulären PC erwartet.

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Mit diesen Spezifikationen – und angesichts der wahrscheinlich eher geringen Produktionszahl – ist das Ubuntu Edge ganz klar auf Enthusiasten ausgerichtet. Bei Canonical zieht man deshalb, nicht ganz unberechtigt, Parallelen zur Formel 1 in Bezug auf die Automobilindustrie. Hier werden die neuesten technischen Entwicklungen schließlich auch nicht bei herkömmlichen Straßenfahrzeugen gemacht. Für Canonical ist Edge deshalb kein Massenprodukt, sondern eine High-End Teststrecke, auf der sich die Zukunft des mobilen Computing abzeichnen wird.

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Mehr Informationen zum Ubuntu Edge findest du unter anderem auf der Website der Indiegogo Kampagne. Und natürlich bei Canonical.com.

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