Top 5 Content Management Systeme 2013

von Sebastian am Januar 29, 2013

Es gibt mittlerweile eine ganze Anzahl großartiger Web Content Management Systeme auf dem Markt. Ganz egal, was für eine Art Website Sie brauchen – für nahezu jeden Zweck gibt es eine optimale Lösung. Das Problem ist nur, dass weder Designer noch Entwickler die Zeit aufwenden können, eine Handvoll verschiedener CMS zu erlernen. Für sie ist es weit sinnvoller, sich auf ein oder zwei Systeme zu beschränken, und diese für alle Sites zu verwenden. Und das wiederum bedeutet, dass das gewählte System sowohl ausreichend flexibel als auch ausreichend leistungsfähig sein muss, um alle denkbaren Anforderungen zu erfüllen. Die folgenden Content Management Systeme fallen in diese Kategorie. Einige davon gehören quasi zum Standard-Repertoire der meisten Designer und Entwickler, während andere ein (noch) vergleichsweise obskures Dasein fristen. Diese 5 CMS gehören zum Besten, was derzeit zu haben ist – jedes davon mit seinen ganz eigenen Stärken und Schwächen.

WordPress

Kostenlos, PHP
www.wordpress.org | www.wordpress.com

wordpress

Noch vor einigen Jahren wäre es zumindest fraglich gewesen, ob es sich bei WordPress tatsächlich um ein CMS im klassischen Sinne handelt oder nicht, denn im Grunde ist WordPress eine reine Blogging Plattform. Das hat sich bis heute grundlegend geändert: WordPress bildet die Basis zahlreicher Websites, die primär gar nichts mit Blogging zu tun haben. Die Möglichkeiten reichen von einfachen, mehrseitigen Websites im Magazine Style bis hin zu vollwertigen Social Networks. Mit Hilfe Tausender von Themes und Plugins lässt sich WordPress an nahezu alle Anforderungen anpassen und seine Funktionalität ist vielfältig erweiterbar. Darüber hinaus verfügt WordPress über eine sehr aktive Community. Das bedeutet, dass es sehr einfach ist, Informationen oder Hilfestellungen zu WordPress zu erhalten. Durch die verfügbaren Plugins und anpassbare Themes lässt sich in WordPress so ziemlich alles bauen – von sozialen Netzen bis hin zu e-Commerce Sites und vielem mehr.

WordPress ist in zwei Varianten erhältlich: WordPress.com bietet eine gehostete, wenn auch deutlich weniger anpassbare Version des CMS. Hier lassen sich grundlegende Funktionen nutzen, ohne dass ein eigener Web Space erforderlich wäre. Unter WordPress.org hingegen lässt sich das System herunterladen und auf dem eigenen Server installieren. Hier stehen dann sämtliche Anpassungsmöglichkeiten offen.

Stärken

  • Riesige Entwicklergemeinde und hervorragende Dokumentation
  • Freie und kommerzielle Plugins und Themes für nahezu jede Art von Website
  • Benutzerfreundliches Dashboard für die Verwaltung von Inhalten
  • Sehr einfache Sicherung der gesamten Site über Backup-Erweiterungen

Schwächen

  • Für komplexe Sites mit vielen Ebenen weniger geeignet
  • In der Standardeinstellung viele mögliche Sicherheitslücken und Angriffspunkte, z.B. für Spam
  • Standardmäßig keine Unterstützung für mehrsprachige Sites
  • Kein offizieller Support außerhalb von User Foren

Joomla!

Kostenlos, PHP
joomla.org

joomla

Joomla! ist eines der älteren Content Management Systeme in dieser Liste und in der CMS-Landschaft gut etabliert. Es eignet sich nicht nur für herkömmliche Websites, sondern auch für Backend Networks, Inventory-Systeme, Buchungssysteme oder komplexe Unternehmensverzeichnisse. Joomla! hat eine lange Entwicklungsgeschichte und eine sehr aktive Entwicklergemeinde. Im Jahr 2012 zählte sie nicht weniger als 200.000 Nutzer und Contributors. Außerdem sind für Joomla! zahlreiche (teils kostenlose) Plugins und Themes verfügbar, so dass die Erweiterung des Systems auch ohne umfangreiche Programmierkenntnisse erfolgen kann. Allerdings reicht die Qualität vieler Themes nicht an die anderer Content Management Systeme heran. Joomla! verfügt über ein sehr einfaches Backend, das sich in verschiedenen Ebenen aufbaut. Dieser Umstand erleichtert Beginnern den Einstieg, macht jedoch die spätere alltägliche Arbeit unnötig „klickreich“.

Stärken

  • User Authentifizierung mit OpenID, Google oder LDAP
  • Mehr als 7.000 Erweiterungen
  • Sehr aktive User Gemeinde und gute Dokumentation

Schwächen

  • Backend nur für Beginner sehr benutzerfreundlich, später jedoch zu verschachtelt
  • Zu wenige qualitativ hochwertige Themes im Vergleich mit anderen CMS
  • Zu komplex für einfache Sites

Drupal

Kostenlos, PHP
www.drupal.org

drupal

Drupal ist ein überaus populäres CMS und wird von zahlreichen namhaften Unternehmen eingesetzt. Es umfasst einige sehr nützliche Funktionen für den Aufbau interner und externer Sites, sowie sinnvolle Werkzeuge für die Organisation komplexer Inhalte. Auch Drupal verfügt über eine sehr aktive Entwicklergemeinde, einschließlich dedizierter IRC-Kanäle, Foren und Face-to-Face Drupal Events. Es gibt eine Community-generierte Dokumentation, die sehr umfassend ist und ständig aktualisiert wird. In ihr finden Entwickler alle Informationen zur Installation, zum Aufbau von Sites und Modulen sowie zur Gestaltung und Programmierung von Themes. Derzeit gibt es mehr als 6.000 Module (Erweiterungen) für Drupal, mit denen sich die Funktionalität des Systems nahezu unbegrenzt erweitern lässt.

Stärken

  • Zuverlässiger Community Support, inkl. IRC Chats und Foren
  • Mehr als 6.000 Module zur Erweiterung
  • Zahlreiche Unternehmen, die kommerziellen Support für Drupal bieten

Schwächen

  • Zu komplex für kleinere Sites
  • Zu wenige qualitativ hochwertige Themes und Erweiterungen
  • Vergleichsweise kompliziertes Theming-System

Contao (früher TYPOlight)

Kostenlos, PHP-basiert
contao.org

contao

Bei Contao handelt es sich um ein vergleichsweise neues, modernes Content Management System, das auf einer deutlich verschlankten Version von Typo3 basiert. Seine Benutzeroberfläche nutzt Ajax- und andere Web 2.0-Funktionen, die die Bedienung vereinfachen. Außerdem verfügt Contao über sehr leistungsfähige Bearbeitungsfunktionen für Inhalte, einschließlich der Möglichkeit, mehrere Inhalte gleichzeitig zu bearbeiten oder zu einem früheren Bearbeitungsstand zurückzukehren. In Contao sind viele sinnvolle Erweiterungen schon im Standardpaket enthalten – darunter Kalender, ein Event-Manager, ein Newsletter-Modul oder ein Blog-Modul. Das bedeutet, dass sich zahlreiche entsprechende Funktionen bereits im Standard nutzen lassen, ohne dass sie erst aufwändig eingebunden und angepasst werden müssen. Es gibt einige hochwertige Premium-Themes für Contao, aber nur sehr wenige kostenfreie Themes. Dies macht für Entwickler jedoch keinen großen Unterschied, da sie die meisten ihrer Websites ohnehin von Grund auf neu aufbauen und das CMS dafür nur als technologische Basis nutzen.

Stärken

  • Keinerlei Einschränkungen in Bezug auf die Website-Gestaltung
  • Niedrige Lernkurve für Redakteure und Inhaltsautoren
  • Solide eingebaute Module

Schwächen

  • Nur wenige qualitativ hochwertige Themes
  • Das Backend ist vergleichsweise langsam und nicht besonders gut durchdacht
  • Das Backend macht die Verwaltung sehr umfangreicher Sites schwierig. Daher ist Contao eher für kleinere Sites gut geeignet

Typo3

Kostenlos, PHP-basiert
typo3.org

typo3

Typo3 ist ein überaus leistungsfähiges Content Management System, das sich gut für die Umsetzung komplexe Websites eignet. Dem entsprechend wird Typo3 von zahlreichen namhaften Unternehmen verwendet – darunter z.B. UNICEF, BAYER Tech. Services, BRITA, Air France, Ford, Konica Minolta, UNESCO, Greenpeace, General Electric, PHILIPS und viele andere. Typo3 erlaubt von Hause aus die Einbindung beliebig vieler Sprachen, so dass sich dynamische, mehrsprachige Websites sehr einfach realisieren lassen. Außerdem unterstützt das CMS die Realiserung beliebig vieler unterschiedlicher Sites innerhalb einer Typo3-Instanz, die sich dann in einem gemeinsamen Backend verwalten lassen. Besonders für größere Unternehmen interessant ist die umfangreiche Benutzerverwaltung mit unterschiedlichen Rollen- und Rechtemodellen. Zur Authentifizierung untersützt Typo3 sowohl LDAP und Kerberos als auch NIS, NTLM und SMB. Auch Typo3 lässt sich über Plugins nahezu beliebig erweitern, wobei derzeit etwa 5.500 unterschiedliche Plugins zur Verfügung stehen. Allerdings steht auch für Typo3 nur eine vergleichsweise geringe Zahl hochwertiger Themes zur Verfügung, weshalb es sich anbietet, die Gestaltung einem Designer / Entwickler zu überlassen. Ist dies allerdings ohnehin geplant, bietet Typo3 vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung. Eigene Themes lassen sich einfach in HTML und CSS realisieren. Typo3 bietet die Möglichkeit, zahlreiche Inhaltsbereiche pro Seite anzulegen, die sich auf Wunsch gleichzeitig bearbeiten lassen. Zudem lassen sich Inhalte zeitgesteuert oder abhängig vom Benutzerstatus dynamisch anzeigen oder ausblenden. Redakteure haben die Möglichkeit, Inhalte wahlweise direkt im Frontend zu bearbeiten, anstatt über das Backend.

Stärken

  • Einfache Verwaltung umfangreicher Sites
  • Unterstützung mehrerer Websites pro Typo3 Instanz
  • Gute Mehrsprachen-Unterstützung
  • Umfangreiches Benutzer Management
  • Aufgeräumtes, leicht benutzbares Backend
  • Umfangreiche Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit
  • Sehr aktive Benutzergemeinde und viele Support-Foren

Schwächen

  • Zu komplex für einfache Sites
  • Etwas kompliziertes Theming-System
  • Zu wenige gualitativ hochwertige Themes

Was gibt es sonst noch?

Die hier aufgeführten 5 Content Management Systeme stehen natürlich nur beispielhaft für zahlreiche weitere. Allerdings sind die meisten davon – zumindest im deutschsprachigen Raum – nur wenig bekannt, was trotz eventueller technischer Vorzüge auch wichtige Nachteile mit sich bringt. So gibt es für einige weniger weit verbreitete CMS auch eine deutlich kleinere Entwicklergemeinde, was es für Unternehmen schwierig macht, technische Unterstützung oder Hilfe bei der Entwicklung individueller Erweiterungen zu finden. Außerdem stehen für „kleinere“ CMS zumeist auch weniger vorgefertigte Erweiterungen zur Verfügung, so dass sich zusätzliche Funktionalitäten oft nur schwer / kostspielig umsetzen lassen. Dennoch erwähnenswert sind zum Beispiel concrete5 oder Plone.

Concrete5
www.concrete5.org

Dieses kostenfreie, PHP-basierte CMS lässt sich nicht für die Umsetzung von Websites nutzen, sondern auch als Plattform für die Entwicklung web-basierter Anwendungen. Die Gestaltung von Websites mit concrete5 ist sehr einfach und auf mehreren Ebenen möglich. So kann ein Entwickler etwa ein vorhandenes Theme als Basis nutzen und Styles überschreiben, ohne den Code anrühren zu müssen. Eigene Themes lassen sich unkompliziert in HTML und CSS erstellen. Ein Vorteil von concrete5 gegenüber anderen CMS ist die „in-context“ Editierfunktion. So lassen sich Inhalte wie in einem Textbearbeitungsprogramm überarbeiten, aber auch direkt auf der Site, was die Arbeit besonders für technisch weniger versierte Nutzer deutlich erleichtert. Ein Nachteil von concrete5 ist die geringe Anzahl frei verfügbarer Erweiterungen. Die meisten wirklich nützlichen Plugins schlagen mit vergleichsweise hohen Kosten zu Buche.

Plone
www.plone.org

Bei Plone handelt es sich um ein sehr komplexes, leistungsfähiges Content Management System auf der Basis von Python. Aufgrund seiner umfangreichen Funktionalität eignet sich Plone hervorragend sowohl für Intranet- und Extranet-Anwendungen, aber auch als Document Publishing System oder als Groupware Lösung für große Unternehmen. Plone baut auf dem Open Source Application Server Zope und dem zugehörigen Content-Management-Framework auf, das von Tausenden von Entwicklern rund um die Welt unterstützt wird. Plone gilt als das erfolgreichste Projekt, das auf Zope basiert. Auch Plone unterstützt die Entwicklung eigener web-basierter Anwendungen, bietet verschiedene WYSIWYG-Editoren zur Bearbeitung von Inhalten und erlaubt die Realisierung mehrsprachiger Websites. Allerdings verfügt Plone in Deutschland nur über eine recht kleine Nutzer- und Entwicklergemeinde. Im osteuropäischen Raum, den USA und Asien sieht dies jedoch ganz anders aus. Wer sich nicht scheut, eventuelle Erweiterungen oder Individuallösungen hier in Auftrag zu geben, wird in der geringen Verbreitung in Deutschland keinen nennenswerten Nachteil sehen.

2 Kommentare

Hallo, ein sehr kompakter und guter Überblick! Für alle die sich dafür interessieren sei noch angemerkt, dass die Erweiterungen bei Concrete5 sicherlich teilweise Geld kosten (zwischen 15 und 40 Dollar) sich aber dafür auf einem wesentlich höheren Qualitätsniveau befinden als viele aus den kostenlosen Repositories. Was sich bei professionellen Projekten als extremer Pluspunkt bemerkbar macht … und der interessierte Programmierer auch seine Eigenentwicklung verkaufen kann.

by toni on 14. Januar 2014 at 13:29. Antworten #

„Bei Contao handelt es sich um ein vergleichsweise neues, modernes Content Management System, das auf einer deutlich verschlankten Version von Typo3 basiert.“
Sorry aber das ist leider komplett falsch.
Contao hat nichts mit Typo3 zu tun, weswegen damals auch der Name von TypoLight auf Contao geändert wurde.

by Besserwisser on 15. Februar 2017 at 11:23. Antworten #

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