Sehr cool: Modulares Handy – das Puzzlephone

von Sebastian

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Das Leben eines Elektronikherstellers ist schon nicht leicht! Mit jeder neuen Iteration eines mobilen Gerätes wachsen auch die Ansprüche der Verbraucher: leistigsfähigere Elektronik, größere und feinere Displays, höher auflösende Kameras mit besseren Effekten… das alles in einem winzigen Computer, den man mit sich herum tragen kann wie seine Schlüssel oder die Brieftasche.

Dennoch gibt es durchaus Konsumentenwünsche, auf die die Hersteller bisher noch nicht eingegangen sind: die Aktualisierbarkeit. Natürlich ist es aus wirtschaftlicher Sicht verständlich, dass die Produzenten in immer kürzeren Abständen neue Geräte an den Mann – oder die Frau – bringen wollen. Dennoch führt das natürlich zu in vielen Fällen vermeidbarem Müll. Oft Sondermüll und oft voll von wertvollen Rohstoffen. Wäre es da nicht viel cleverer, zumindest nicht das gesamte Gerät wegzuwerfen, nur weil es inwzischen eine bessere Kamera gibt, oder einen schnelleren Prozessor?

Diese Frage stellte sich auch das Unternehmen Circular Devices aus Finnland – und liefert jetzt auch die Antwort: das PuzzlePhone. Das modular aufgebaute Smartphone ist nicht nur ein interessanter Prototyp, sondern soll den Handyherstellern nur die Idee einer partiellen Aktualisierbarkeit nahe bringen – mit dem Ziel, Geräte länger nutzen zu können.

Circular Devices hat das PuzzlePhone mit starkem Fokus auf Anpassungsfähigkeit entwickelt. Die Softwaregrundlage bildet Android. Gesundheitsbewusste oder Fitness-orientierte Nutzer können dieser Grundlage zum Beispiel spezielle Sensoren hinzufügen, die ihr Trainingsprogramm überwachen. Techies können das PuzzlePhone mit mehr Speicher oder stärkeren Prozessoren pimpen, Fotografen können aus einer Vielzahl unterschiedlicher Kameras wählen. Die einschiebbaren Komponenten orientieren sich an einem Höchstmaß an Reparierbarkeit, dem Open Source-Gedanken und der Möglichkeit für einfaches Upgrading. Insgesamt unterteilt sich das PuzzlePhone in drei Bereiche:

Rückgrad: der Kern des PuzzlePhone mit dem LCD Bildschirm, den Hauptbedienelementen, Lautsprecher und Mikrofon.
Herz: Batterie und unterstützende Komponenten.
Hirn: Aktualisierbare elektronische Komponenten, inkl. der Kamera.

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Die Idee hinter dem PuzzlePhone beschreibt Circular Devices so:

“Prosumer interessieren sich nicht dafür, wer welche Patente hält. Sie sind informierte Individuen, die den Wert einer Idee danach bemessen, was sie tatsächlich bedeutet, nicht nur danach, wer welche Formulare ausgefüllt hat, um eine Idee in eine Schublade zu packen, wo sie verstaubt oder im schlimmsten Fall als Waffe gegen die Ideen anderer Leute eingesetzt wird.”

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Ob die Industrie bereit – oder besser: willens – ist, sich an einem solchen Paradigmenwechsel zu beteiligen, sei dahin gestellt. Immerhin trägt das PuzzlePhone einer starken Erweiterbarkeit Rechnung. Unternehmen hätten hierin durchaus ein hohes Absatzpotenzial, denn durch die Entwicklung und den Vertrieb zahlreicher Komponenten wären sie nicht länger darauf angewiesen, jedes Jahr vollständig neue Geräte zu vermarkten. Nutzer werden sich bis Mitte 2015 gedulden müssen. Dann nämlich sollen die ersten PuzzlePhones auf den Markt kommen.

Gefunden bei design-milk.com

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