reMarkable – das Tablet für Papierliebhaber

von Sebastian Klammer am März 30, 2017

reMarkable Tablet eInk Zeichentablett

Tablets wie das iPad, das Galaxy Note oder das Windows Surface erheben allesamt den Anspruch, das ideale Tool zu sein für Menschen, die papierlos zeichnen, scribbeln oder sich einfach – wie auf einem herkömmlichen Schreibblock – Notizen machen möchten. Doch in der Praxis werden sie diesem Anspruch selten gerecht. Nicht nur, dass unter der Vielzahl von Stiften, die zu diesem Zweck erhältlich sind, jeder einzelne ganz unterschiedliche, oft nicht sehr praxistaugliche Eigenschaften besitzt und man oft darauf achten muss, den Handballen nicht auf der Tablet-Oberfläche abzulegen; auf einer Glasscheibe zu zeichnen, fühlt sich einfach anders an als auf Papier.

Mit reMarkable macht sich nun ein Hersteller aus Norwegen daran, genau dieses Problem zu beheben und ein Tablet für Menschen anzubieten, die gerade aus diesem Grund eigentlich keine Tablets mögen. Und die ersten Eindrücke sehen durchaus vielversprechend aus. reMarkable basiert im Grunde auf der gleichen eInk-Technologie, die man bereits von eBook-Readern kennt. Die Anzeige- bzw. Schreibfläche besteht nicht aus einem gläsernen LED-Display, sondern aus winzigen Elementen, die je nach Zustand weiß oder schwarz erscheinen und eine ähnliche Reibung bieten wie Papier. Durch die Kombination weißer und schwarzer Bildpunkte lassen sich Graustufen abbilden.

reMarkable Tablet eInk Zeichentablett

Der Unterschied des reMarkable Tablets besteht darin, dass diese Elemente sehr viel feiner sind und deutlich schneller auf Zustandsänderungen reagieren als dies bei klassischen eBook-Readern der Fall ist. So soll das reMarkable Tablet nicht nur eine Auflösung bieten, die dem von bedrucktem Papier entspricht, sondern es bietet dem Nutzer die Möglichkeit, verzögerungsfrei zu schreiben oder zu zeichnen. Das Tablet reagiert dabei ausschließlich auf den mitgelieferten Stift, so dass der Benutzer – wie von normalem Papier gewohnt – während des Zeichnens auch seine Hand auf dem Tablet ablegen kann. Dies wiederum – man kennt das –, ermöglicht ein sehr viel genaueres Arbeiten.

Vielseitig und dennoch einfach.

Wie jedes Tablet erfüllt auch das reMarkable mehrere Aufgaben in einem Gerät. So wird es zum Einen als das ultimative Lese-Tool angepriesen, das mit seinem hochauflösenden Display eine papierähnliche Leseerfahrung verspricht – ohne Spiegelung und auch unter direkter Sonneneinstrahlung. reMarkable unterstützt dabei eine Reihen von Dokument- und eBook-Formaten – und erlaubt das nahtlose, handschriftliche Kommentieren direkt im Dokument.

reMarkable Tablet eInk Zeichentablett

reMarkable Tablet eInk Zeichentablett

Zugleich soll reMarkable aber auch das perfekte Werkzeug zum Erstellen von Skizzen, Zeichnungen und Notizen sein. Mehr noch: der Hersteller bewirbt das Tablet als komplettes Notiz-System. Zeichnungen, Skizzen und Notizen lassen sich in einzelnen Notizbüchern organisieren – auf einer (nahezu) unbegrenzten Anzahl von Blättern. Dabei kann der Benutzer über Vorlagen auswählen, ob er lieber auf einem leeren, einem linierten, einem gepunkteten oder einem karierten Blatt schreiben möchte. Zum Zeichnen stehen verschiedene Stiftwerkzeuge, Pinsel und Funktionen wie Undo, Löschen oder Zoomen zur Verfügung.

reMarkable Tablet eInk Zeichentablett

reMarkable Tablet eInk Zeichentablett

reMarkable Tablet eInk Zeichentablett

reMarkable Tablet eInk Zeichentablett

Angefertigte Notizen und Zeichnungen lassen sich ganz einfach vom Tablet aus teilen und werden in Echtzeit mit anderen Geräten synchronisiert. So lassen sich handschriftliche Skizzen wie auf Papier anfertigen und später am Rechner weiter bearbeiten, ohne dass sie erst gescannt werden müssen. Bei reMarkable weist man mit einigem Stolz darauf hin, dass dies das Tablet mit den wenigsten Funktionen ist. Und das ganz bewusst. Denn Papier ist nicht nur deshalb das ideale Zeichenwerkzeug, weil es sich wie Papier anfühlt, sondern auch deshalb, weil es so einfach ist – und den Benutzer durch nichts ablenkt. Da das reMarkable Tablet auf Mitteilungen, Erinnerungen oder überflüssige Funktionen bewusst verzichtet, verspricht es ein komplett ablenkungsfreies Arbeiten. Zeit dafür hat der Benutzer jede Menge, denn dank der eInk-Technologie soll eine Akkuladung für mehrere Tage ausreichen, bevor das reMarkable Tablet wieder aufgeladen werden muss.

reMarkable Tablet eInk Zeichentablett

Die Technik

Das reMarkable Tablet misst 177 x 256 x 6.7mm und wiegt etwa 350 Gramm. Sein monochromes CANVAS-Display misst 10.3 Zoll und bietet eine Auflösung von 1872 x 1404 Pixeln bei 226 DPI. Der mitgelieferte Stift soll im Zusammenspiel mit dem Display eine realitätsnahe, papierartige Schreiberfahrung bieten, muss aber nicht aufgeladen, verbunden oder eingerichtet werden. Trotzdem reagiert er sowohl auf Druck (2048 Druckstufen) als auch auf Neigung. Per WLAN lässt sich das reMarkable Tablet mit anderen Geräten verbinden – Apps gibt es für MacOS, Windows, iOS und Android. Der interne 8 GByte-Speicher soll für etwa 100.000 Seiten ausreichen. Daneben verfügt das Gerät über 512 MByte DDR3L RAM. Der integrierte Akku, der über einen Micro-USB-Port aufgeladen werden kann, hat eine Kapazität von 3000 mAh. Befeuert wird das Ganze von einer 1 GHz schnellen ARM A9 CPU. Als Betriebssystem wird Codex verwendet – ein angepasstes, Linux-basiertes OS speziell für ePaper.

Preis und Verfügbarkeit

Einen Haken hat das reMarkable Tablet auf den ersten Blick: verglichen mit anderen e-Ink-basierten Tablets schlägt es mit einem durchaus gepfefferten Preis zu Buche: ganze 716 US-Dollar (etwa 673 Euro) soll das Gerät kosten. Damit spielt es bequem in der Liga echter Premium-Tablets wie etwa dem iPad Pro. Wer das reMarkable Tablet jetzt vorbestellt, kann allerdings für einen begrenzten Zeitraum ganze 40 Prozent sparen. Der Preis reduziert sich damit auf 429 US-Dollar (etwas mehr als 400 Euro). Dafür darf der Benutzer dann allerdings als Early Adopter ein klein bisschen das Versuchskaninchen spielen.

Dennoch: wer zeichnend unterwegs ist oder auf handgeschriebene Notizen nicht verzichten kann und dennoch mit einem digitalen Werkzeug für seine Arbeit liebäugelt, für den kann das reMarkable Tablet eine durchaus vielversprechende Alternative zu den Angeboten von Apple, Samsung oder Microsoft sein.

Mehr über das reMarkablet Tablet erfährst du auf der reMarkable Website.

Gefällt dir dieser Post? Sag es weiter!
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Pin on PinterestShare on LinkedInBuffer this pageShare on RedditShare on StumbleUponEmail this to someone

Sag etwas zu diesem Beitrag.

Pflichtfeld.

Required. Wird nicht gezeigt.

Wenn vorhanden.