Online Backup mit Dropbox und Symbolic Links

von Sebastian am August 16, 2012

Verschwindende Daten sind für niemanden eine schöne Sache. Und wenn man schon zwei Festplatten-Crashes hinter sich hat, wird man in diesem Punkt besonders sensibel. Regelmäßige Datenbackups sind deshalb eigentlich ein Muss. Auf dem Mac bietet die Time Machine eine sehr gute Lösung – einmal aufgesetzt muss man sich nie mehr darum kümmern: Stündlich werden alle Daten automatisch gesichert. Allerdings nur auf einer lokal angeschlossenen Festplatte oder einem Netzlaufwerk. Unterwegs bleiben die Daten ungeschützt. Geht der Laptop verloren oder die Festplatte kaputt, sind die Daten futsch.

Nun gäbe es theoretisch die Möglichkeit, alle Dateien oder Ordner, die man schützen möchte, einfach in eine Dropbox zu speichern. Das hat allerdings den Nachteil, das man so seine gewohnte Verzeichnisstruktur nicht beibehalten kann, denn Dropbox synchronisiert von Hause aus lediglich die Daten, die sich im Dropbox-Ordner befinden.

Abhilfe für dieses Problem schaffen so genannte „Symbolic Links„. Symbolic Links sind im Prinzip nichts anderes als Aliases – also Verknüpfungen mit einer bestimmten Datei oder einem bestimmten Ordner. Allerdings gehen Symbolic Links über die Möglichkeiten von Aliases hinaus. Legt man z.B. eine Verknüpfung zu einem Ordner an und verschiebt diese Verknüpfung dann in die Dropbox, passiert überhaupt nichts. Würde man den zugehörigen Ordner verschieben, würde zwar die Verknüpfung aktualisiert und mit der Dropbox synchronisiert – die im Ordner enthaltenen Daten aber nicht. Anders bei Symbolic Links. Legt man einen Symbolic Link zu einem Ordner oder einer Datei an und verschiebt diesen Symbolic Link in die Dropbox, „denkt“ diese, das verknüpfte Objekt wäre tatsächlich im Dropbox-Ordner vorhanden – und synchronisiert es. So ist es mit Hilfe von Symbolic Links möglich, Dateien und Ordner zu synchronisieren (also online zu sichern), die sich eigentlich überhaupt nicht im Dropbox-Ordner befinden.

Mit Dropbox und Symbolic Links lässt sich also ohne großen Aufwand eine perfekte Cloud-Backup Lösung für den Hausgebrauch schaffen. Das Schöne an dieser Lösung ist, das nicht nur auch unterwegs alle relevanten Daten automatisch gesichert werden, sondern dass diese Sicherung sofort erfolgt, sobald eine Datei geändert wurde – nicht erst in stündlichen Intervallen wie bei der Time Machine. Eine Internetverbindung vorausgesetzt, hat man so von jeder relevanten Datei ein automatisches Backup, sobald man sie speichert.

Leider hat Apple das Konzept der Symbolic Links etwas vernachlässigt. So lässt sich über das Kontextmenü zwar ein Alias jedes Objektes auf dem Rechner erstellen, aber kein Symbolic Link. Dies geht von Hause aus nur über das Terminal (Befehl: ln -s /Pfad/Dateiname), was jedoch keine besonders benutzerfreundliche Lösung darstellt. Doch auch für dieses Problem gibt es eine Abhilfe: Den kostenlosen SymbolicLinker von Nick Zitzmann.

SymbolicLinker erweitert das Kontextmenü um einen weiteren Punkt: „Symbolischen Link erstellen“. So lassen sich Symbolic Links für jedes Objekt auf der Festplatte ganz problemlos erstellen – und ggf. zur Sicherung in die Dropbox schieben. Allerdings sollte man sich merken, welche Ordner außerhalb der Dropbox synchronisiert werden und welche nicht. Hierfür eignen sich die „Etiketten“, die man ebenfalls im Kontextmenü findet. Man muss sich nur für eine der verfügbaren Farben entscheiden, das Etikett ggf. umbenennen (z.B. „Wird in der Dropbox gesichert“) und schon kann man alle Objekte, die in die Sicherung einbezogen sind, farblich markieren. Das schafft eine bessere Übersicht und man ärgert sich später nicht darüber, dass ein bestimmter Ordner gar nicht in die Sicherung einbezogen war, von dem man das eigentlich gedacht hatte.

Die Dropbox gibt es übrigens bis zu 2 GB kostenlos. Weiteren kostenlosen Speicher (bis zu 18 GB) kann man durch bestimmte Aktionen hinzufügen. Und wem das nicht reicht, der kann für knapp 10 US-Dollar im Monat 100 GByte Online-Speicher nutzen. Das reicht selbst für umfangreichere Sicherungen.

Was man vielleicht abschließend erwähnen sollte, ist der Umstand, dass eine Backuplösung mit Dropbox und Symbolic Links keinen Ersatz für ein Time Machine Backup darstellt, sondern lediglich eine Ergänzung, die sich speziell für den Schutz von Dateien unterwegs eignet. Den kompletten Mac in der Dropbox zu sichern, ist wahrscheinlich nicht besonders praktikabel. Zudem kann die Systemwiederherstellung – z.B. im Falle eines Festplattenaustausches – nicht auf die Dropbox zugreifen. In einem solchen Fall wäre es also nicht möglich, den kompletten Mac nach einem Wechsel der Festplatte automatisch wieder so herzustellen, wie er vorher war (mal ganz abgesehen davon, dass das wahrscheinlich eine Woche dauern würde). Die Time Machine sollte deshalb auf jeden Fall parallel laufen.

Weitere Informationen:
Dropbox Website
SymbolicLinker bei MacUpdate
Symbolic Links genau erklärt

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