Obama sucht Designer für Poster-Kampagne. Und für lau.

von Sebastian Klammer am Oktober 20, 2011

Obama Wahlplakat Design

Der Obama Präsidentschafts-Wahlkampf kann auf geschätzte Barmittel in Höhe von 60 Millionen US-Dollar zurückgreifen. In einer Wirtschaft, die so weit unten ist wie die Amerikanische, sollte man nun eigentlich denken, dass ein derart flüssiges Kampagnen-Team auch mehr als bereit wäre, talentierten Designern ordentliches Geld zu zahlen, um ein Poster zu entwickeln. Aber weit gefehlt.

Offenbar haben die Leute bei „Obama for America“ zu sehr in Arianna Huffingtons Buch über wirtschaftliche Ausbeutung geschmökert und rufen jetzt „Künstler im ganzen Land“ auf, in einer Art Wettbewerb ein Poster zu entwickeln… for free.

Das eigentlich Witzige an dieser Idee ist, dass es dabei um ein Poster geht, auf welchem Obama die Schaffung von mehr Jobs fordert.

Kurz: Obamas Wahlkampfteam bewirbt unbezahlte Arbeit, um ein Poster zu erstellen, welches „illustriert, warum wir Obamas Kampagne unterstützen und warum wir ihn wiederwählen, um auch die nächsten vier Jahre für Jobs zu kämpfen.“

Nun geht es ja hierbei um einen Wettbewerb. Was ist also drin für den glücklichen Gewinner, fragt man sich. Obacht: Der bekommt eine gerahmte Kopie seines eigenen Posters, unterschrieben vom Präsidenten. Geschätzter Verkaufspreis: etwa 195 US-Dollar.

Und wenn man nicht gewinnt? Nun, dann hat man quasi doppelt ins Klo gegriffen und verliert sowohl wertvolle Arbeitszeit als auch jegliches geistiges Eigentum an den geschaffenen Werken. So sagt es zumindest das Kleingedruckte: „Alle Einsendungen werden zum Eigentum von Obama für Amerika“, die damit natürlich tun und lassen können, was sie wollen.

Die Kampagne hat ein kurzes Briefing herausgegeben, in welchem sie mögliche Slogans für das Poster vorschlägt. Zum Beispiel „Fighting for Jobs“, „Get America back to work“, „Made in USA“ oder „Support Small Business“. Designer Mike Monteiro hätte dieser Liste noch einen Slogan hinzuzufügen: „Fuck You. Pay Me.“

Das abgebildete Beispielposter stammt von Ryan Roche, OFA Staff. Bereitgestellt von Obama for America.

Gefunden bei Rolling Stone

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