Mit dem PHONOCUT kannst du eigene Vinylplatten schneiden

von Sebastian

Phonocut

Wenn du auf den Klang klassischer Vinylplatten stehst, solltest du am Besten schon einmal anfangen, jede Menge Platz in deinen Regalen zu schaffen. Denn schon bald könnte deine Plattensammlung ins Unermessliche anwachsen. Grund dafür ist dieses super kompakte Maschinchen namens PHONOCUT, mit der du zuhause ganz einfach deine eigenen Platten schneiden kannst. Alles was dafür brauchst, ist eine digitale Audio-Datei. Und 999 Euro.

Der PHONOCUT schneidet 10-Inch Vinylplatten mit Platz für etwa 10-15 Minuten Musik auf jeder Seite. Mitgeliefert wird eine spezielle App, die dich bei der Formatierung und dem Arrangement unterstützt, so dass du deine Lieblingsstücke optimal auf beiden Seiten verteilen kannst. Alles was du dann tun musst, so verspricht es der Hersteller, ist ein Audio-Kabel am Quellgerät anzuschließen (z.B. über den Kopfhöreranschluss) und „Play“ drücken.

Phonocut

„Es ist idiotensicher,“ sagt Florian ‚Doc‘ Kaps, österreichischer Analog-Enthusiast und Co-Founder von Phonocut. „Sogar ich selbst kann damit Platten schneiden.“

PHONOCUT arbeitet in Echtzeit. Während die Musik abgespielt wird, schneidet ein Diamant-Stylus die Schallwellen direkt in die Oberfläche der Platte. Theoretisch kannst du jede Audiodatei aufzeichnen – eine kleine Playlist, deine eigenen peinlichen Electronica-Experimente, Wal-Gesang, was auch immer. Nach einer halben Stunde hast du deine ganz eigene Platte, die du auf jedem Plattenspieler wiedergeben kannst.

Kaps, der schon immer davon fasziniert war, wie analoge Technologien unsere Sinne beflügeln, hat die Maschine zusammen mit seinen Geschäftspartnern konzipiert. Er sagt: „Digitale Medien haben ein großes Problem: man weiß, dass sie nicht echt sind. Du kannst sehr einfach auf sie zugreifen, aber du kannst sie nur sehen oder hören. Du kannst sie aber nicht riechen, schmecken oder sie berühren. Wir Menschen haben nun einmal unsere fünf Sinne und am Ende brauchen wir sie alle, um uns in etwas zu verlieben, uns glücklich zu fühlen und Vertrauen aufzubauen. Die Leute lieben Schallplatten, aber sie wissen nur wenig darüber, wie sie produziert werden. Wir wollen sie dazu inspirieren, sich mit dem Medium zu befassen und zu entdecken, was sie damit machen können.“

Phonocut

PHONOCUT ist etwa so groß wie ein normaler Plattenspieler und wird von einem stabilen Metallgehäuse umschlossen. Das Gewicht beträgt ca. 9 Kilogramm. Die Mechanik im Inneren wurde in Zusammenarbeit mit einem Team aus Erfindern und Technikern entwickelt. – einschließlich dem Schweizer Plattenliebhaber Flo Kaufman und dem Audio-Ingenieur KamranV. Er erklärt: „Wenn Leute diese Platten produzieren, dann geht es dabei um die Bedeutung der Platte an sich – und um den emotionalen Prozess.“ Er vergleicht das Herstellen einer eigenen Schallplatte mit dem Zusammenstellen eines Mix Tapes: „Man musste eine Idee davon haben, was man machen will und dann die Songs in Echtzeit aufzeichnen, um sie irgend jemand anderem zu geben. Dabei geht es um dieselben Emotionen, die diese Maschine den Leuten geben soll.“

Im Jahr 2008 war Kaps Co-Founder von Impossible Project – dem mittlerweile sehr erfolgreichen Versuch, den Polaroid-Film wieder zu beleben. Auch hier ging es darum, einer verschwundenen analogen Technologie wieder zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Für Kaps haben physikalische Produkte eine ganz eigene Wirkung: „Es geht hier nicht um ein Kunstprojekt. Wir wollen tatsächlich die Welt verändern und den Leuten eine neue Möglichkeit anbieten. Natürlich wird es das Streaming nicht ersetzen, aber es wird Menschen dazu inspirieren, wieder reale, schöne, anfassbare Musik zu kreieren.“

Den PHONOCUT kannst du bereits jetzt unter phonocut.com vorbestellen. Hier findest du auch weitere Informationen und Bilder rund um das Projekt. Allerdings musst du dich bis zur Auslieferung noch etwas gedulden. Die ersten Geräte sollen ab Dezember 2020 ausgeliefert werden.

Bilder: © PHONOCUT Maschinen GmbH

Sag etwas zu diesem Beitrag.

Pflichtfeld.

Required. Wird nicht gezeigt.

Wenn vorhanden.