Mathematik und Origami

von Sebastian am Oktober 28, 2012

In den Händen von Jun Mitani wird aus einem einfachen Blatt Papier ein komplexes, dreidimensionales Objekt. Jun ist eigentlich Ingenieur und auch wenn das nicht unbedingt auf seine Fingerfertigkeit schließen lässt, erklärt es doch, wie er an die Ideen für seine überaus erstaunlichen Designs kommt. Mitani verwendet eine geometrische Modellsoftware, die ihn bei seinen Kreationen unterstützt. Während seiner Arbeit hat er Algorithmen und Interfaces zur Generierung von 3D-Körpern untersucht, die sich tatsächlich mit Papier umsetzen lassen. Und die Ergebnisse sind ganz und gar atemberaubend.

Mitani faltet seine mathematischen Origami-Objekte nicht nur selbst, er hat auch die Software weiter entwickelt, die ihm bei der Formfindung hilft. Alle Objekte des Künstlers besitzen eine „rotational symmetry“, was so viel bedeutet, dass sie nach einer bestimmten Umdrehung wieder identisch aussehen.


Zur Umsetzung seiner Objekte zeichnet Mitani Faltlinien auf’s Papier und arbeitet von da ab von Hand. Allerdings stösst er dabei des Öfteren an die Grenzen des Materials: Große Papierbögen haben zumeist eine zu geringe strukturelle Belastbarkeit für seine 3D-Kreationen. Deshalb experimentiert Mitani auch mit anderen Materialien. Sollte er fündig werden, dürfte das ein weiteres seiner Probleme aus der Welt schaffen: Nach eigenen Angaben hat er sich bisher mehrere Tausend Male an Papier geschnitten.

“Als ich ein Kind war, habe ich mich nicht großartig für Origami interessiert. Aber Papier fand ich schon immer interessant,“ sagte Mitani in einem Interview mit The Creators Project. “Ich habe eine Menge Papiermodelle gebaut: Autos, Schiffe, Gebäude, Tiere und so weiter. Einfach durch Ausschneiden und Zusammenkleben. Ich dachte, dass mich Origami, also einfach nur das Falten, zu sehr einschränken würde. Als ich zur Schule kam, kaufte mir mein Vater einen Computer und ich war sofort sehr enthusiastisch. Die Arbeit mit Papier und der Computer – zwei meiner größten Leidenschaften – sind schließlich in meiner Dimplomarbeit zusammengekommen: Eine Methode zu entwickeln, um Papiermodelle am Computer zu entwerfen.“

Sag etwas zu diesem Beitrag.

Pflichtfeld.

Required. Wird nicht gezeigt.

Wenn vorhanden.