Gestern und Heute

von Sebastian am Mai 17, 2018

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Es ist noch gar nicht lange her, da waren Smartphones und Tablets höchstens eine vage Wunschvorstellung. Und seither durchlaufen sie denselben Zyklus der Akzeptanz wie schon so viele technische Neuerungen vor ihnen: das Auto, das Telefon, Radio, Fernsehgeräte und Videospiele. Erst verteufelt, dann widerstrebend als neuer Bestandteil des Alltags hingenommen. Schließlich werden auch sie, ebenso wie auch die anderen Erfindungen, als normal und unverzichtbar akzeptiert werden. Doch bis dahin sorgen sie – vor allem in der Öffentlichkeit – noch für so manchen verächtlichen Blick. Wenn in der Bahn alle nur noch auf ihr Handy starren, fühlt sich so mancher zu warnenden Worten ermuntert: vor dem Verlust echter Kommunikation, vor Vereinsamung, dem Rückzug in die eigene, a-soziale Welt.

Douglas Adams hat dieses Phänomen einmal schön zusammengefasst, als er schrieb:

Mir sind diese folgenden Regeln eingefallen, die unsere Reaktion auf neue Technologien beschreiben. Alles, das es schon gab als wir auf die Welt kamen, sehen wir als normal und gewöhnlich an – als ganz normalen Teil unserer Welt. Alles, was erfunden wird, während wir zwischen 15 und 35 sind, ist neu und aufregend und revolutionär und man kann wahrscheinlich eine Menge Geld damit machen. Alles, was erfunden wird, wenn wir älter sind als 35, ist übel und gegen die natürliche Ordnung der Dinge.

Dabei zeigen alte Aufnahmen derselben Situation, dass sich zum Beispiel Bahnreisende und Pendler vor 60 Jahren auch nicht mehr miteinander beschäftigt haben als sie es heute tun. Sie haben Zeitung gelesen. Oder ein Buch. Oder sich andere Dinge angeschaut. Der Unterschied lag lediglich in dem Umstand, dass man eine Zeitung damals noch als Zeitung erkannt hat – und ein Buch als Buch. Heute hingegen sieht die Zeitung aus wie ein Handy – und ein Buch auch. Mit einigen löblichen Ausnahmen. Der Punkt ist jedenfalls, dass die Leute heute in der Bahn genau dasselbe tun, was sie schon immer getan haben: etwas lesen oder sich etwas ansehen. Als neue Unterhaltungsoptionen hinzu gekommen sind Filme, Musik und Spiele. Das liegt allerdings nur daran, dass sie vor 60 Jahren deutlich schwerer transportabel gewesen wären.

Foto: Unbekannt (Kennst du den Rechteinhaber? Dann sende mir eine Nachricht).

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