Geschmackvoll: Toaster-Designs aus den 1920er Jahren

von Sebastian am Dezember 4, 2019

Toaster-Designs aus den 1920er Jahren - Sweetheart

Kaum etwas (außer Tee und Rugby) dürfte typisch britischer sein als Toast. Allerdings wurde der erste elektrische Brotröster in Schottland erfunden – genauer: in Edinburgh. Hier stellte der Wissenschaftler Alan MacMasters im Jahr 1893 den ersten „Bread Toaster“ vor, der von Crompton & Co unter dem Namen „Eclipse“ auf den Markt gebracht wurde.

Die ersten elektrischen Toaster konnten nur eine Seite der Brotscheibe rösten und schalteten sich nicht automatisch ab. Das erforderte vom Benutzer viel Aufmerksamkeit. Er musste darauf achten, dass das Brot nicht verbrannte, die Scheibe rechtzeitig umdrehen und anschließend die andere Seite rösten. Dennoch: trotz dieser technischen Beschränkungen kamen bis in die 1920er Jahre zahlreiche wunderbare Toaster-Designs auf den Markt. Einige herausragende Beispiele siehst du im Folgenden.

Der Turn-Over

Toaster-Designs aus den 1920er Jahren - Turnover

Der Turn-Over besaß links und rechts des zentralen Heizelementes jeweils eine Klappe, die von einer Feder gehalten wurde und sich nach unten öffnete. Jede dieser Klappen konnte eine Toast-Scheibe aufnehmen. War eine Seite fertig geröstet, wurde die Klappe über einen Drehknopf geöffnet, wodurch der halbgeröstete Toast nach unten rutschte und dem Heizelement die ungetoastete Seite zuwandte. Nun wurde die Klappe wieder geschlossen und die zweite Seite geröstet. Da der Toastvorgang ständige Aufmerksamkeit erforderte, wurden Toaster dieser Art meist direkt auf dem Frühstückstisch platziert. Populär war dieses Toaster-Design von der Mitte der 1920er bis Anfang der 1930er Jahre.

Der Flopper

Toaster-Designs der 1920er Jahre - Flopper

Schon kurz nach ihrer Erfindung erfreuten sich Toaster sowohl in Großbritannien als auch in den USA größter Popularität. Die Unternehmen überschlugen sich geradezu in dem Versuch, die Herzen der Toastbrot-Freunde mit immer neuen Ideen für sich zu gewinnen. Jedes neue Modell sollte etwas können, was die anderen nicht konnten. Aus dieser Zeit der rasanten Innovation stammt auch das Design des Floppers. Bei ihm waren die seitlichen Klappen schräg angeordnet, so dass das Gerät im geschlossenen Zustand wie ein A aussah. Ein spezieller Mechanismus sorgte dafür, dass die Toastscheibe beim Öffnen der Klappe heraussprang (daher der Name).

Der Swinger

Toaster-Designs der 1920er Jahre - Swinger

Eine ganz andere Idee steckt hinter dem Swinger. Bei ihm liegt die Toastscheibe in einer Art Metallkorb, der mittels eines Drehmechanismus samt Heizelement nach links oder rechts gedreht werden konnte. Der Metallkorb sorgte beim Toasten auch für ein spezielles Muster, welches den Toast auf dem Frühstückstisch appetitlicher aussehen ließ. Die meisten Toaster dieses Typs besaßen zwei Metallkörbe – es gab jedoch auch eine Ausführung, mit denen sich vier Scheiben Toast gleichzeitig rösten ließen. Sie war so teuer, dass der Hersteller sie in bequemen Teilzahlungsraten anbot.

Der Sweetheart

Toaster-Designs aus den 1920er Jahren - Sweetheart

Der Sweetheart ist nicht nur der wahrscheinlich schönste Toaster in dieser kleinen Sammlung, sondern auch der raffinierteste. Auch bei ihm gab es zwei Körbe für den Toast – jeweils einer links und rechts des zentralen Heizelementes. Über zwei Knöpfe im Fuß des Gerätes wurden diese Körbe um 90 Grad nach außen geklappt und dabei gleichzeitig gedreht. So konnte der Benutzer entweder die zweite Seite toasten oder die fertig getoastete Brotscheibe entnehmen.

Der Pop-Up Toaster

Toaster-Designs aus den 1920er Jahren - Pop-Up-Toasters

Der Pop-Up-Toaster ist die heute gebräuchlichste Form des Brotrösters. Er konnte beide Seiten der Toastscheibe gleichzeitig rösten und warfen den fertigen Toast anschließend selbsttätig aus. Das erste Modell dieses Designs, das sich für den Heimgebrauch eignete, wurde 1926 von Toastmaster in den USA vorgestellt. Die Steuerung zum automatischen Auswerfen des Toasts basierte auf einem Uhrenmechanismus. Die Geräte von Toastmaster besaßen zwei Heizelemente – jeweils eines links und rechts der Toastscheibe. Über zwei Schieberegler ließ sich der Bräunungsgrad stufenlos einstellen. Allerdings war die Herstellung des Toastmasters so aufwändig, dass die Geräte für die meisten Familien bis in die späten 1950er Jahre echter Luxus blieben.

Gefunden bei vintag.es. Alle Fotos © Cyber Toaster Museum

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