Die Geschichte von Flüchtlingen – erzählt in den Portraits venezolanischer Familien

von Sebastian am Januar 13, 2020

Gregg Segal - Undaily Bread

In seiner Bilderserie „Undaily Bread“ zeigt der Fotograf Gregg Segal venezolanische Einwanderer mit all ihren Habseligkeiten. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der UNHCR, einer Organisation, die weltweit Flüchtlingen hilft, ins Leben gerufen und zeigt, wie ein venezolanischer Flüchtling aussieht – von den mageren Zutaten seiner täglichen Mahlzeiten bis hin zu den ramponierten Turnschuhen an den Füßen. Jedes auf Segals Instagram veröffentlichte Bild enthält auch eine ausführliche Beschreibung der schwierigen Reise jeder Familie.

Gregg Segal - Undaily Bread

„Arianny Torres hat ein paar Kleidungsstücke, ein paar Spielsachen, Medikamente, Windeln, eine Babyflasche, Fotos von Verwandten und ihre Bibel in ihren Rucksack gepackt. Mit ihrem Sohn Lucas und ihrer Tochter Alesia reiste sie 976 Kilometer von Maracaibo nach Bogotá. Manchmal konnten sie trampen. Ein anderes Mal stiegen sie in einen Bus und bezahlten dafür mit dem kleinen Geldbetrag, den Arianny für Essen beiseite gelegt hatte. Jetzt verkauft sie Süßigkeiten auf dem Bolivar-Platz und obwohl es besser laufen könnte, ist das Leben zumindest stabiler als in Venezuela, und ihre Kinder können dreimal am Tag essen. Ich sehe Ariannys Entschlossenheit, in ihrem Blick ein hoffnungsvolleres Leben zu finden.“ Alle Fotos © Gregg Segal

Gregg Segal - Undaily Bread

„Nathalia Rodriguez (9), die mit ihrer Mutter von Barquisimeto, Venezuela, nach Bogota ging, aß nur Brot, Cracker, Arepas, Pommes, Wasser, Saft, Lutscher und die eine Frucht, die sie sich leisten konnten: Bananen. Es ist 3 Jahre her, seit Nathalia einen Apfel gegessen hat. 5.000 Bolivas kosten Äpfel derzeit in Venezuela, ungefähr 12 US-Dollar. Trotz der harten Reise, die sie hinter sich hat, strahlt Nathalia Belastbarkeit und Entschlossenheit aus.“

Gegenüber dem Blog Colossal erklärt Segal: „Fotografie ist für mich ein ein viel besseres Medium zur Kommunikation als bloße Worte. Statistiken sind wichtig, aber die Menschen sind nicht so an Statistiken interessiert. Die Bilder hingegen sind emotional, weil sie zeigen, wie wenig diese Menschen haben.“ Die Bilderserie „Undaily Bread“ ist eine Folgeprojekt von Daily Bread – einer Reihe von Fotografien, für die Segal Kinder aus der ganzen Welt aufgenommen hat, umgeben von dem, was sie jeden Tag essen.

Gregg Segal - Undaily Bread

„Yosiahannys Tochter spürt den Tritt ihres Bruders oder ihrer Schwester im Bauch ihrer Mutter. Sie sind aus Venezuale gekommen und leben von Arepas und Wasser. Obwohl das Leben in Bogotá schwierig ist, ist Yosiahanny dankbar, dass sie mehr als einmal am Tag essen kann. Was die Krise erträglich macht, ist Liebe, sagt sie.“

Gregg Segal - Undaily Bread

„Als ich den siebenjährigen Williams kennenlernte, zeigte er mir seinen Rucksack, in dem er einige Dinge von zu Hause mitgenommen hatte, einschließlich seiner letzten Hausaufgabe. Er vermisst die Arepas und das gedünstete Hühnchen seiner Großmutter. Auf dem langen Weg von Venezuela gab es nur Brot, Wasser, Kekse und Obst zu essen.“

Gregg Segal - Undaily Bread

„Michell, eine alleinerziehende Mutter, ist zweimal mit ihren beiden Kindern geflohen. Während des zweiten Versuchs hatte Michell einen epileptischen Anfall und verlor das Bewusstsein. 16 Tage später erreichte sie Bogotá und kam ins Krankenhaus. Nach den Aufnahmen hielt ihr kleiner Junge zwei Brote fest, die er im Studio herumtrug und für später unter seinen Armen versteckte.“

Alle aktuellen Arbeiten von Gregg Segal findest du auf seiner Website oder bei Instagram.

Alle Fotos © Gregg Segal. Gefunden auf thisiscolossal.com.

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