Die 4-Tage-Arbeitswoche

von Sebastian am November 21, 2011

4-tage-woche

Wenn man weiß, dass ein Drei-Tage-Wochenende vor einem liegt, kniet man sich zumeist noch mal so tief rein, damit alle Arbeiten erledigt sind und man das lange Wochenende genießen kann. Zumindest geht mir das immer so. Und kommt man am Dienstag ins Büro zurück, scheint der Rest der Woche noch schneller zu vergehen (was vor allem für Freiberufler eine durchaus zwiespältige Erfahrung sein kann). Dennoch hat der Gedanke an eine 4-Tage-Woche etwas durchaus Verführerisches. Und man sich einmal umsieht, scheinen das viele Leute so zu sehen. Das Gute daran: So unrealistisch ist das Ganze gar nicht.

Viele Menschen sind einfach produktiver, wenn sie wissen, dass sie unter der Woche weniger Tage arbeiten müssen, dafür aber mit einem extra langen Wochenende belohnt werden. Aber es gibt noch weitere Vorteile:

  • Man hat mehr Zeit für seine Familie
  • Man spart Geld für Fahrtkosten
  • Man arbeitet produktiver.
  • Studien zeigen, dass 4-Tage-Arbeiter insgesamt zufriedener sind

Es gibt jedoch auch einen Nachteil. Eine 4-Tage-Woche bei gleicher Arbeitsleistung herunterzureißen, bedeutet: 10 statt 8 Stunden pro Tag zu arbeiten. In vielen Fällen arbeitet man allerdings sowieso länger als man sollte – insofern gehört dann nur etwas Selbstdisziplin (und Mut zum Nein sagen) dazu, um am Ende nicht 5 x 10 Stunden im Büro zu sitzen.

Wenn man über eine 4-Tage-Woche nachdenkt, überwiegt zumeist der Vorteil, den man durch einen zusätzlichen freien Tag erhält. Der Nachteil eines 10-Stunden Arbeitstages rückt dagegen in den Hintergrund.

Für Freiberufler gibt es noch einen weiteren Nachteil: Der Umstand, dass man nur 4 Tage in der Woche arbeitet, bedeutet nicht, dass einen die Kunden am 5- Tag nicht auch brauchen. Die meisten Unternehmen – darunter auch die eigenen Kunden – arbeiten nach wie vor im 5-Tage-Rhythmus und fordern auch in diesem Rhythmus ihre Leistungen an. Im ungünstigsten Fall hat man also 4 Tage lang 10 Stunden geschuftet und der 5. (freie) Tag entpuppt sich als Wunschdenken.

Dennoch: Mehr und mehr Unternehmen scheinen am Gedanken einer 4-Tage Woche Gefallen zu finden. Der Staat Utah in den USA hat zum Beispiel bereits im Jahr 2008 die 4-Tage-Woche für alle Behörden eingeführt – und Forscher fanden heraus, dass 79% der Angestellten dies als überaus positiv bewerteten. 63% fühlten sich deutlich produktiver als zuvor, berichteten von einer Abnahme familiärer Konflikte und einer zunehmenden Gedsamtzufriedenheit auf der Arbeit.

Ebenso interessant: Durch die Durchsetzung einer 4-Tage-Woche spart Utah jährlich 6 Millionen US-Dollar an Spritkosten und reduziert die eigenen CO2-Emissionen um 12.000 Tonnen pro Jahr. Auch dieser Umstand ist für viele Unternehmen zunehmend von Interesse. Es ist also nicht so unwahrscheinlich, dass sich mehr und mehr Unternehmen für eine 4-Tage-Woche entscheiden werden. Die nähere Zukunft wird ohnehin einige Veränderungen der traditionellen Arbeitswelt mit sich bringen. Schon heute müssen viele Angestellte gar nicht mehr ins Büro fahren, weil sie genau so gut zuhause arbeiten – oder wo immer sie gerade sind.

Gefunden bei: workawsome.com.

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