Day One – die Journal App für Mac, iPad und iPhone

von Sebastian am Juni 9, 2012

Ich bin bekennender Anhänger von Tagebüchern – und starte alle Nase lang auf’s Neue den Anlauf, selbst eines anzulegen. Tagebücher sind eine super Sache. Man kann Jahre später in ihnen stöbern und erinnert sich viel besser selbst an Kleinigkeiten, die man ohne Tagebuch längst vergessen hätte. Allerdings funktionieren Tagebücher nur dann so richtig gut, wenn sie vorher geschrieben wurden – und genau da sitzt der Haken. Ich bin kein besonders disziplinierter Mensch und so reichen schon kleinstmögliche Ablenkungen, um mich vom Vorhaben des Schreibens abzubringen.

Glücklicher Weise scheine ich mit diesem Mangel an Selbstdisziplin nicht allein zu sein und so gibt es im Bereich der Journal Software viele Ansätze, das Tagebuchschreiben zu einer möglichst angenehmen Sache zu machen – und so den täglichen Widerstand zu brechen. Die Vorgehensweisen sind dabei recht unterschiedlich – ebenso wie die Ergebnisse. Im Laufe der Zeit habe ich schon eine Menge Diaries, Tagebücher und Journals ausprobiert, war aber von keinem davon wirklich begeistert. Die meisten boten zwar jede Menge Funktionen, gingen aber irgendwie an den tatsächlichen Anforderungen vorbei. Zwei Apps haben jedoch einen überaus positiven Eindruck hinterlassen:

Chronories von Synium Software

Wie zahlreiche andere Tagebuchlösungen versucht Chronories, dem Schreiber das Leben so einfach wie möglich zu machen. Dafür baut man hier allerdings nicht auf die Reduktion von Funktionen, sondern auf Automatisierung. Chronories schreibt quasi permament im Hintergrund mit. Dabei kann der Benutzer selbst festlegen, was die Software beobachten soll. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Chronories ruft täglich das Wetter ab, speichert aktuelle Nachrichten aus beliebigen RSS Feeds, merkt sich, welche Software man benutzt oder welche Lieder man hört, wem man geschrieben hat und vieles, vieles mehr. Und natürlich kann man selbst Tagebucheinträge anlegen – komplett mit Fotos oder Videos.

Chronories Tagebuch App

Bei all der gebotenen Funktionalität bleibt Chronories dennoch übersichtlich und ist auch für’s Auge ganz nett. Nicht aufregend, aber nett. Aufgrund der gesammelten Daten wächst allerdings die Cronories Datenbank sehr schnell auf enorme Dimensionen. Bereits nach gut 100 Einträgen hat sie deutlich mehr als 120 MByte erreicht. Das ist an sich nicht problematisch, aber unpraktisch. Schöner wäre es, wenn Chronories die Möglichkeit anbieten würde, z.B. Eingebettete Fotos zu reduzieren. Allein damit ließe sich jede Menge Platz sparen. Außerdem läuft Chronories nur auf dem Mac. Was früher für Software ganz normal war, wird in Zeiten unterschiedlicher mobiler Geräte immer mehr zum offensichtlichen Nachteil. Und genau dem hat sich mein aktueller Favorit angenommen:

Day One von Bloom Software

Day One Tagebuch App

Day One ist eine kleine, schichte Diary Software, die sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPad und dem iPhone läuft. Die eigentlichen Daten werden via Cloud zwischen den Geräten synchronisiert, werden aber nicht allein in der Cloud gespeichert. Das heisst: Auch wenn keine Internetverbindung verfügbar ist, kann man auf sein Tagebuch zugreifen. Nun hat die Speicherung persönlicher Daten in der Cloud mit Sicherheit gewisse Nachteile und Risiken, aber die universelle Nutzbarkeit der Software ist gerade für ein Tagebuch ein definitives Plus! Denn so ist es egal, ob ich gerade am MacBook oder mit dem iPod auf der Couch sitze – ich kann einen Eintrag verfassen, wann und wo ich will.

Auf dem Mac sitzt Day One unaufgeregt in der Menüleiste und fordert – auf Wunsch – einmal am Tag dezent dazu auf, einen kurzen Eintrag zu verfassen. Diese Einladung kann man entweder auf später verschieben (und wird dann noch einmal erinnert) oder für den Tag ganz abschalten. Die Bedienung ist braus intuitiv und kommt ohne viel Schnickschnack aus – leider auch ohne die Möglichkeit, Bildet einzubinden. Das wäre für die Zukunft sicherlich auf meiner Wunschliste!

Ebenso einfach ist Day One auf dem iPad. Sauber, aufgeräumt und mit dezenten Bedienelementen lenkt Day One nicht vom Schreiben ab – ganz im Gegenteil. Die Software ist so gut gestaltet, dass es richtig Spaß macht, mit ihr zu arbeiten.

Day One ipad

Sowohl Chronories als auch Day One sind kommerzielle Lösungen, aber nicht kostspielig. Beide können kostenlos getestet werden, wobei die Anzahl der möglichen Einträge begrenzt ist. Einen Test sind beide Lösungen auf jeden Fall wert!

Ein Kommentar

Super Artikel. Ich bin Chronories-Benutzer der erste Stunde. Doch leider wird es nicht weiterentwickelt, eine mobile App gibt es auch nicht. Nach dem Artikel ist mir die Entscheidung wirklich leichter gefallen. DayOne wirkt nach einem Tag Benutzung leicht und erfrischend. Vielen Dank. Jetzt kann ich Chronories mit gutem Gewissen den Laufpass geben.

by ChronoDay on 21. September 2012 at 11:01. Antworten #

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