Das Web ist tot. Lang lebe das Internet!

von Sebastian

Web Apps Chart

Bereits zwei Jahrzehnte nach seiner Geburt ist das World Wide Web schon auf dem absteigenden Ast. Einfachere, dedizierte Services – Apps – übernehmen vielfach seine Funktion, denn bei ihnen geht es weniger um das Suchen als um das Finden. Chris Anderson von wired.com erklärt, wie dieser neue Paradigmus den Kurs den Kapitalismus reflektiert. Und Michael Wolff erläutert, warum die neue Art von Medien-Gigant das Web auf der Suche nach vielversprechenderem (und profitablerem) Zeitvertreib verlässt.

Wer ist Schuld? Wir.

So sehr wir auch das offene, unbeeinflusste Web lieben: wir lassen es hinter uns auf der Suche nach schlankeren, cooleren Applikationen, die einfach funktionieren.

Man wacht morgens auf und checkt als erstes die Emails auf dem iPad – das ist eine Anwendung. Während des Frühstücks checken wir Facebook, Twitter und unsere Zeitung – drei weitere Apps. Auf dem Weg ins Büro noch schnell einem Podcast auf dem Smartphone gelauscht – noch eine App. Auf der Arbeit lesen wir RSS-Feeds, haben Skype und andere Instant Messenger laufen. Noch mehr Apps. Am Ende des Tages machen wir unser Abendessen und hören dabei Pandora, spielen ein bisschen auf der XBox Live und sehen und auf Netflix einen Film an. Man hat einen ganzen Tag im Internet verbracht – und war nicht einmal im Web. Und damit ist man nicht allein.

Dies ist kein trivialer Unterscheidung. Die wichtigste Veränderung der digitalen Welt in den vergangenen Jahren bestand im Wechsel vom weit geöffneten Web zu halbgeschlossenen Plattformen, die das Internet zwar für den Transport von Informationen nutzen, aber nicht zur Darstellung. Dieser Wechsel ist vor allem einem Anstieg der mobilen Nutzung geschuldet, hin zu einer Welt, in der Google nicht crawlen kann, wo HTML nicht regiert. Und es ist die Welt, für die die meisten Nutzer sich entscheiden. Nicht, weil sie die Idee des Web nicht mögen, sondern weil diese dedizierten Apps einfach besser funktionieren, besser in ihr Leben passen (der Bildschirm kommt zu ihnen, also müssen sie nicht zum Bildschirm gehen). Hinzu kommt, dass es für Unternehmen einfacher ist, auf diesen Plattformen Geld zu machen. Produzenten und Nutzer sind sich einig: Das Web ist nicht der Höhepunkt der digitalen Revolution.

Den ganzen Artikel gibt es auf wired.com.

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