Das sind die Umwelt-Trends in 2019.

von Sebastian am Januar 2, 2019

Energietrends im Jahr 2019

Derzeit steigen die CO2-Emissionen immer noch an und werden, so die Erwartung, im neuen Jahr ihren Höchststand erreichen – doch es gibt auch zahlreiche positive Klima-Trends, auf die wir uns in 2019 einstellen können. Hier sind die sechs wichtigsten:

Pflanzliches „Fleisch“

Energietrends im Jahr 2019

Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe ist noch immer das häufigste Treibhausgas. Ihm dichtauf sind Gase wie Methan oder Stickoxyde, die zwar weniger häufig, dafür jedoch in ihrer Wirkung potenter sind. Als ihre Hauptquelle wird die industrielle Haltung von Nutzvieh angesehen. Und da die ganze Welt Fleisch und Milcherzeugnisse liebt, sind die hier entstehenden Gase ein wesentlicher Punkt im Kampf gegen die globale Erwärmung. Wenn wir unseren Verbrauch an Fleisch nicht einschränken, wird es schwierig werden, der Erderwärmung Einhalt zu gebieten. Überall auf der Welt entscheiden sich Menschen deshalb für eine vegane, vegetarische oder zumindest teilvegetarische Ernährung – ein Trend, der sich im kommenden Jahr auch in der Nahrungsmittelwirtschaft widerspiegeln wird. So hat Bill Gates kürzlich in zwei Burgerketten investiert, die Bratlinge auf rein pflanzlicher Basis herstellen, die aber wie Fleisch aussehen und schmecken. Große Unternehmen wie Tyson, Danone und Nestlé investieren zunehmend in pflanzliche Produkte mit einem niedrigen CO2-Footprint. Es ist also zu erwarten, dass zahlreiche weitere Unternehmen im neuen Jahr ähnliche nachhaltige Produkte auf den Markt bringen werden.

Revolution der erneuerbaren Energie

Energietrends im Jahr 2019

Pünktlich zum Jahresbeginn hat die deutsche Energiewirtschaft einen neuen Rekord verkündet: 40% des hierzulande produzierten Stroms ist „Öko“. Entgegen allen Unkenrufen wird die Nutzung erneuerbarer Energie langsam aber sicher zur Normalität. Die Preise für Solarpanele und Windturbinen sind im vergangenen Jahrzehnt dramatisch gefallen und Energie aus nachhaltiger Gewinnung ist in vielen Ländern der Welt bereits günstiger als die aus Kohle. Auch viele gas- und ölbasierende Energiesysteme werden zunehmend von erneuerbarer Energie verdrängt. Unternehmen überall auf der Welt haben sich diesem Trend verschrieben – 50% aller derzeit geplanten Kapazitäten sind erneuerbar.

„We Are Still In“

Selbst in den USA, in denen Präsident Trump wichtige Klimaziele auf Eis gelegt hat, wurden im vergangenen Jahr 30 Milliarden US-Dollar in die Gewinnung erneuerbarer Energie investiert. Als Antwort auf Trumps Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen haben mehr als 2.600 CEOs, College-Präsidenten und Politiker aus den gesamten USA die Bewegung „We Are Still In“ („Wir sind noch dabei“) ins Leben gerufen und bekennen sich damit zur Einhaltung des Pariser Abkommens. Ende 2018 umfasste „We Are Still In“ mehr als 1.800 Unternehmen, 18 Bundesstaaten sowie 335 Colleges und Universitäten. Mehr als die Hälfte der Fortune 500 Unternehmen des Landes bekennen sich zum Klimaschutz und zur Reduktion der Schadstoffemissionen.

Das Ende der Kohle

Energietrends im Jahr 2019

Die Gewinnung fossiler Brennstoffe hatte im Jahr 2013 ihren Höhepunkt erreicht. Damals prognostizierte die IEA für das Jahr 2040 einen Anstieg der Kohleverbrennung um 40 Prozent. Seitdem ist die Entwicklung jedoch so stark rückläufig, dass die IEA Ende 2018 ihre Prognose korrigierte – auf unter 1 Prozent.

Weltweit geht die Zahl der Kohlebergwerke zurück – Pläne für neue Standorte werden zunehmend fallengelassen. So hat China in 2018 Pläne für 151 neue Kohlebergwerke gestoppt und in Großbritannien ist der Anteil der Kohle-Energie am Gesamtenergieverbrauch von 40 Prozent auf 2 Prozent gesunken. Das liegt vor allem daran, dass die Gewinnung von Solar- und Windenergie deutlich günstiger geworden sind – das wird sich, so die Experten, auch in 2019 fortsetzen. Wenn der Bau von Solar- und Windanlagen erst einmal günstiger ist als der Betrieb vorhandener Kohlebergwerke, wird es keinen vernünftigen Grund mehr dafür geben, Brennstoffe aus dem Boden zu graben.

Elektrofahrzeuge

Energietrends im Jahr 2019

Öl liefert momentan etwa 1/3 der weltweit benötigten Energie. Ein wesentlicher Teil der geförderten Menge wird für die Mobilität verbraucht. Diesen Verbrauch zu reduzieren ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die kommenden Jahre. Eine der vielversprechendsten Optionen besteht in der Nutzung batteriebetriebener Autos. Derzeit machen sie zwar nur einen kleinen Teil des weltweiten Automarktes aus, doch ihre Anzahl wird schnell steigen – auch wenn die innovativsten Trends hier gerade nicht von den klassischen Automobil-Nationen ausgehen. In China, zum Beispiel, werden jeden Monat mehr Elektro-Autos verkauft als in den USA und Europa zusammen. Doch auch die traditionellen Automobilbauer haben allesamt Elektroautos in der Entwicklung – auch wenn einige hier deutlich ambitionierter zu Werke gehen als andere. Volvo und Jaguar Land Rover zum Beispiel haben angekündigt, die Produktion von Autos mit reinen Verbrennungsmotoren bis 2021 komplett einzustellen. Tesla hat mittlerweile sein Model 3 auf dem Markt.

Wenn die aktuellen Wachstumsraten weiter anhalten, so schätzt Viktor Irle, Analyst bei EV-Volumes.com, werden 80 Prozent aller neuen Autos bis zum Jahr 2030 elektrisch sein.

Batterien

Effiziente Batterien sind ein Schlüsselfaktor bei der Nutzung erneuerbarer Energie. Die große Herausforderung besteht darin, Wind- und Solarenergie auch dann zuverlässig zur Verfügung zu stellen, wenn es dunkel oder windstill ist. Neue Speichertechnologien machen dies schon heute möglich, doch die sind noch vergleichsweise teuer. Allerdings: auch hier gab es in den letzten Jahren entscheidende Entwicklungssprünge. Geht diese Entwicklung in gleichem Maße weiter, werden sich die Kosten für Energiespeicher bis zum Jahr 2030 halbiert haben. Der Preis für Li-Ionen-Akkus zum Beispiel ist im Laufe der vergangenen sechs Jahre bereits um 75% gefallen.

Quellen: Grist, The Guardian, WWF

Fotos: Appolinary Kalashnikova, KMW737, Andreas160578, Jon Tyson, Benita Welter, Stefan Schweihofer und Sabine van Erp.

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