Chengdu will Straßenlaternen bis 2020 durch künstlichen Mond ersetzen.

von Sebastian Klammer am November 5, 2018

Chengdu Artificial Moon Project design

Jetzt nimmt die Zukunft aber mal so richtig Anlauf. Was noch vor Kurzem als Science-Fiction gegolten hätte, will China in der Provinz Chengdu schon innerhalb der nächsten zwei Jahre in die Realität umsetzen. Hier nämlich soll die herkömmliche Straßenbeleuchtung durch den sanften Schein eines künstlichen Mondes ersetzt werden. Er soll etwa 50 Quadratkilometer Stadtlandschaft mit Licht versorgen. Dies kündigte Wu Chunfeng, Vorsitzender des Forschungsinstituts für Mikroelektronik-Systeme für Luft- und Raumfahrttechnik in Chengdu auf einer Veranstaltung zu Beginn dieses Monats an.

Die Idee dahinter ist sogar recht einfach. Reflektierende Paneele an Bord des Satelliten nehmen die Sonnenstrahlen auf und leiten sie um. Auf diese Weise hat der künstliche Mond das Potenzial, um ein Vielfaches heller zu leuchten als der echte. So soll es möglich sein, ganz nach Bedarf die gewünschte Dämmerungs-Atmosphäre zu erzeugen und die Lichtstärke in den verschiedenen Stadtteilen sogar zu variieren.

Chengdu Artificial Moon Project design

Chengdu Artificial Moon Project design

Ganz neu ist die Idee übrigens nicht. Schon vor einigen Jahrzehnten testete die damalige Sowjetunion ähnliche lichtreflektierende Satelliten, um dunkle Regionen im Norden des Landes zu beleuchten. Auch Städte, die in Tälern natürlicher Weise nur wenig Sonnenlicht erhalten, wurden schon mit riesigen Reflektoren auf benachbarten Bergen erhellt.

Chengdu Artificial Moon Project design

2 Kommentare

Das ist ja furchtbar. Hoffentlich wird sowas nie umgesetzt! Die Nacht ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Schon jetzt leiden viele Menschen und Tiere unter Lichtverschmutzung.
Das Ziel sollte sein die Nacht wieder zur richtigen dunklen Nacht zu machen.

by Thomas on 17. Dezember 2018 at 12:57. Antworten #

Hi Thomas. Ich fürchte, da liegst Du gar nicht so falsch. Gerade in den Städten kommt der Tag-/Nacht-Rhythmus vieler Menschen (und Tiere) ziemlich durcheinander, weil es einfach nicht mehr dunkel wird. Aber: wie so ziemlich bei allem gibt es wohl auch hier zwei Seiten der Medaille und es kommt darauf an, wie klug ein solches System genützt würde. Dass Straßenbeleuchtung eine durchaus nützliche Sache ist, steht ja außer Zweifel – es sei denn, Du würdest alle Leute dazu nötigen, ab 16 Uhr (jetzt im Winter) zuhause zu bleiben. Da könnte ich mir schon vorstellen, dass ein solch künstlicher Mond eine Alternative sein kann. Zumindest theoretisch, denn einen Nachthimmel, der irgendwann einmal mit Hunderten oder gar Tausenden solcher Monde vollhängt, möchte ich mir auch lieber nicht vorstellen!

by Sebastian Klammer on 19. Dezember 2018 at 09:28. Antworten #

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