Babbage Differenzmaschine in Lego

von Sebastian am Februar 15, 2016

Im Jahr 1822 konstruierte der Engländer Charles Babbage (nach einigen theoretischen Anläufen) die erste Differenzmaschine – also ein mechanisches Rechenwerk, mit dem sich umfassendere, mehrstellige Funktionen berechnen ließen. Zu dieser Zeit konnten selbst komplexeste Aufgaben ausschließlich von Hand berechnet werden, was entsprechend lang dauerte und fehleranfällig war. Dennoch war die Differenzmaschine zunächst kein Durchbruch – das System war so komplex, dass es lange Zeit einfach nicht gebaut werden konnte. Selbst als es später funktionierende Maschinen gab, dauerte es noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, bis man ihre tatsächliche Bedeutung erkannte.

Differenzmaschine von Charles Babbage

Differenzmaschine von Charles Babbage. Holzschnitt nach einer Zeichnung seines Sohnes Benjamin Herschel Babbage.

Ab 1910 wurden Differenzmaschinen in zahlreichen Abwandlungen gebaut und erst mit dem Aufkommen des elektronischen Computers verschwanden sie wieder von der Bildfläche – zusammen mit den Logarithmentafeln. Und obwohl seine Maschine zu Lebzeiten nie gebaut werden konnte, gilt Charles Babbage mit gutem Recht bis heute als Vater des Computers.

Umso erstaunlicher ist es zu sehen, dass man die Differenzmaschine heute sogar aus Legoteilen nachbauen kann! Andrew Carol hat eines dieser Meisterwerke auf die Beine gestellt und präsentiert sie hier in voller Funktion:

Die Maschine hat einen Handantrieb und kann Polynomiale in der Form aX^2 + bX + c für X:0 durch N auswerten (was auch immer das heißen soll). Die Ergebnisse können aus bis zu 3 Ziffern bestehen. Aber auch wenn man das Rechenprinzip dahinter nicht versteht, ist es beeindruckend, die Maschine in Funktion zu sehen!

Von der echten Differenzmaschine gibt es heute übrigens weltweit nur zwei Exemplare. Eines davon steht im Computer History Museum in Mountain View, Kalifornien – und sieht so aus:

Mehr Maschinen von Andrew Carol findest du übrigens auf seiner Website acarol.woz.org.

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