Apple Glass kommt wahrscheinlich nächstes Jahr. Spekulationen gibt es schon jetzt.

von Sebastian am Juli 14, 2020

Apple Glass Mockup

Apple Glass | Foto: TechWearTrend

Bisher hat Apple noch keine offiziellen Informationen zu seinem AR-Linsen-Projekt verlauten lassen – Gerüchten nach zu urteilen, soll das „Apple Glass“ aber noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Für die Apple-Gemeinde wäre das ein wünschenswertes „one more thing“, denn bisher hat das Unternehmen neben dem iPhone 12, der Apple Watch 6 und den AirPods Studio nichts wirklich Neues auf der Launch-Liste.

Vertrauenswertere Quellen – so betont das Online-Magazin „Tom’s Guide“ – gehen eher davon aus, dass die futuristische Apple AR-Brille im kommenden Jahr vorgestellt werden wird (so der TF International Securities Analyst Ming-Chi Kuo). Wenn nicht sogar erst 2022. Mark Gurman von Bloomberg geht sogar von 2023 aus. Was definitiv fest steht ist, dass man bei Apple an der Brille arbeitet. Jüngsten Berichten zufolge hat sie die Prototypen-Phase durchschritten und befindet sich in der Testproduktion. Apple Glass, davon gehen die Spekulationen aus, wird unter StarBoard laufen (bzw. glassOS), einem Apple-eigenen Betriebssystem, auf das die jüngste Version von iOS 13 bereits hindeutet. Hier taucht das Augmented Reality Framework mehrmals sowohl im Quelltext als auch in den zugehörigen Dokumenten auf.

Apple Glass Mockup

Apple Glass | Foto: iDropNews / Martin Hajek

Design

Wie genau die AR-Brille von Apple aussehen wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Einige Quellen berichten von einem unaufdringlichen, schlichten Design, während andere von einem eher Kent Clark-ähnlichen Look ausgehen. Glaubt man dem – zumeist recht zuverlässigen – Buschfunk, kann man jedoch davon ausgehen, dass Apple Glass modular aufgebaut sein wird. Der Benutzer wird, ähnlich wie bei der Apple Watch, die Möglichkeit haben, die Bügel der AR-Brille auszutauschen und dem eigenen Geschmack anzupassen. Allerdings sollen die unterschiedlichen Bügel auch verschiedene Funktionen aufweisen und unterschiedlichen Zwecken dienen. Apple Glass wird über einen LiDAR Scanner in der Nähe der rechten Schläfe verfügen – weitere Kameras sollen aus Gründen der Privatsphäre nicht vorgesehen sein (was sich aber durchaus noch ändern könnte). Die Gläser sollen zwar nicht so leicht sein wie eine normale Brille, aber leicht und komfortabel genug, dass der Nutzer sie problemlos den ganzen Tag tragen kann. Aufgeladen werden sie drahtlos über ein spezielles Dock.

Apple Glass Mockup

Apple Glass | Foto: iDropNews / Martin Hajek

Preis

Jon Prosser, Technologie-Analyst von @Frontpagetech, hat verlauten lassen, dass Apple Glass zum Verkaufsstart etwa 499 US-Dollar kosten wird. Das ist zwar noch immer nicht billig, erscheint aber extrem niedrig im Vergleich z.B. mit dem Augmented Reality Headset „Hololens 2“ von Microsoft, das immerhin mit 3.500 US-Dollar zu Buche schlägt. Allerdings sind die beiden Wearables auch nicht wirklich miteinander vergleichbar. Hololens 2 bringt die komplette Technik, die der Kunde für die AR-Nutzung braucht, während Apple Glass die Hauptarbeit einem verbundenen iPhone überlassen wird. Daraus resultieren deutlich weniger Bauteile und niedrigere Produktionskosten.

Apple Glass Mockup

Apple Glass | Foto: iDropNews / Martin Hajek

Features

Das Wirtschaftsmagazin Bloomberg geht in einem Bericht davon aus, dass Apple Glass im Wesentlichen Informationen vom iPhone des Nutzers direkt in dessen Sichtfeld bringen soll. Dazu zählen Textnachrichten, E-Mails, Karten und Spiele. Daneben wird es aber auch Unterstützung für Apps von anderen Entwicklern geben, die in einem speziellen App Store angeboten werden sollen – ähnlich den Apps für Apple TV und die Apple Watch. Ein Patent, das Apple zugesprochen wurde, befeuert außerdem die Vermutung, dass Apple Glass keine Gläser mit Stärke benötigen wird, sondern sich automatisch an die Sehleistung des Trägers anpasst, um Informationen deutlich sichtbar darzustellen.

Apple Glass Mockup

Apple Glass | Foto: TechWearTrend

Wenn Apple vorhat, mit Apple Glass eine echte Augmented Reality-Lösung zu schaffen (im Gegensatz zu einem reinen Heads-Up-Display, das 2D Mitteilungen oder Karten darstellt, wie Google Glass), dann wird sich die Brille zur Verarbeitung von Daten mit Sicherheit per WLAN statt mit Bluetooth mit dem iPhone verbinden. Das wird schon allein deshalb notwendig sein, um die Informationen des LiDAR-Scanners in Echtzeit an das iPhone zu übermitteln und, in der Gegenrichtung, 3D Videodaten vom iPhone mit einer Frequenz zwischen 60 und 120 Hz darstellen zu können.

Ausgehend von den Werten konkurrierender Produkte wird der Akku eine Mindestlaufzeit von 3 Stunden besitzen müssen – es sei denn, Apple liefert eine portable Auflademöglichkeit mit, wie etwa bei den AirPods.

Fotos: idropnews/Martin Hajek, Techweartrend

Gefunden bei tomsguide.com

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