Adobe Project Mighty

von Sebastian Klammer am Mai 27, 2013

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Als Designer schaut man gewohnheitsmäßig eher nach Apple oder Wacom, wenn es um neue Hardware geht, doch nun kommt etwas aus einer ganz unerwarteten Ecke. Nach Apple’s Mighty Mouse kommt nun auch Adobe mit *mächtigen* Eingabewerkzeugen daher – geht dabei aber in eine ganz andere Richtung. „Project Mighty“ ist sogar eine gänzlich neue Richtung, soweit es Adobe betrifft, denn es handelt sich um die ersten Schritte des Softwaregiganten im Hardwarebereich. Und die können sich durchaus sehen lassen.

Bei Adobe Mighty handelt es sich im Wesentlichen um einen Pen, mit dem es sich – in Kombination mit einer speziellen App auf Tablets zeichnen lässt. Dabei besitzt der Mighty Pen allerdings mindestens zwei Features, die herausstechen. Zum Einen unterscheidet die Software zwischen Stift- und Fingereingaben, was bedeutet, dass man z.B. mit dem Stift zeichnen und gleichzeitig mit dem Finger wischen oder radieren kann, ohne dass man dazu erst in der Software das Werkzeug wechseln müsste. Und braucht man doch mal ein Auswahlmenü, dann lässt es sich direkt über den Stift aufrufen – auch hier ist bei Tippen auf ein besonderes Feld mehr notwendig. Mighty tut aber noch mehr. Als Cloud-enabled Tool speichert es z.B. die Identität des Benutzers. Verwendet man nun denselben Pen auf einem anderen Device, so kann ich auch auf diesem alle Assets nutzen, die ich in der Adobe Creative Cloud gespeichert habe – z.b. andere Zeichnungen, Clipboards und so weiter.

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Die zweite Besonderheit des Mighty Pen hat mit dem Stift an sich eigentlich nichts zu tun, denn es handelt sich um ein zweites Stück Hardware: „Napoleon“. Hier ist schon die Wahl des Namens der Knaller! Napoleon heisst nämlich Napoleon, weil es sich um ein kurzes Lineal handelt – oder auf englisch „a short ruler“, was sinniger Weise – und hier liegt der Wortwitz – gleichbedeutend ist mit „kleiner Herrscher“. Kracher! Aber der Name ist natürlich nicht das einzig Besondere an diesem Tool. Mit Napoleon lässt es sich auf dem Tablet wieder ganz so zeichnen, wie wir es von anno Dazumal gewohnt sind, als wir noch alle mit Lineal, Dreieck und Winkelmesser hantiert haben. Dennoch macht das Napoleon natürlich viel mehr, als nur gerade Linien zeichnen. Das Lineal projiziert gewissermaßen eine virtuelle Linie aufs Tablet, an der man entlang zeichnen kann. Die Linie ist magnetisch, so dass man den Stift nicht unbedingt am Lineal entlang führen muss, um eine exakte Linie zu erhalten. Noch cooler ist, dass dieselbe Funktion auch für Kreise, Bögen und andere Formen funktioniert. So kann man mit Napoleon auch exakte Kreise in beliebigem Durchmesser zeichnen, obwohl es sich nur um ein (sehr sexy aussehendes) gerades Stück Metall handelt. Das folgende Video zeigt, wie das Ganze genau funktioniert und mit welcher Begeisterung die neuen Tools präsentiert werden.

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Momentan arbeitet Adobe offenbar noch an den Feinheiten, aber was man so sieht, ist schon einmal vielversprechend! Wann Mighty und Napoleon auf den Markt kommen, ist noch nicht bekannt, ebenso wie der zu erwartende Preis. Ganz günstig wird es, wir kennen Adobe, nicht sein.

Gefunden bei theverge.com.

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